Die aktuelle Plakatkampagne der Berliner SPD ist ja gut gemeint, hätte aber etwas mehr Ehrlichkeit gegenüber den Befindlichkeiten dieser Stadt mit ihren diversen Lebensentwürfen vertragen können.
Z.B. so:
manchmal auch so:
Die kommende Monate werden wir uns nicht vor Aliens im Kino retten können!
JJ Abrams und Stevie Spielberg starten nächstes Jahr mit Super 8 durch und haben schon eine viral site eingerichtet: scariestthingieversaw.com. Im Trailer bekommen wir einen Hochsicherheitscontainer zu sehen, der mitsamt Zug entgleist und da drinne hämmert etwas Großes an die Tür. Uiuiui. Manche Fans vermuten schon, dass hier ein Monster geschaffen wurde, das dann bald à la Godzilla vs. Mothra gegen das Cloverfield-Monster antreten darf.
Die bösen Riesen-Aliens in Skyline schicken blaue Lichter, die uns Menschen aufsaugen und brechen dann mit riesigen Kampfrobotern in unseren Luftraum ein. Der arme Turk aus Scrubs (Donald Faison) muss dagegen ankämpfen.
Am 9. Dezember kommtMonsters ins Kino. Halb Zentralamerika ist zur Quarantänezone erklärt worden, nachdem dort durch eine Weltraumsonde eine außerirdische Lebensform eingeschleppt wurde. Der Film darf als Beitrag zur amerikanisch-mexikanischen Grenzdebatte verstanden werden und sollte Fans von District 9 gefallen.
In Ich bin Nummer 4 werden 9 aussergewöhnliche Menschen (?) gejagt und eliminiert. Die ersten drei sind schon tot. Nummer 4 lebt als High-School-Schüler in den USA und ist jetzt auch auf der Flucht. Ob er wohl ein Alien ist?
Werden wir also auf eine bevorstehende Invasion vorbereitet?
Edit: Ich habe Battle: Los Angeles vergessen, einen klassischen “Marines vs. Alieninvasion” – Film mit Aaron Eckhart und Michelle “The Toughest Woman in Hollywood” Rodriguez.
Und die Krone der ganzen Alien-Schwemme wird bestimmt, haltet euch fest, Cowboys & Aliens mit Daniel Craig und Harrison Ford. Regie: Jon Favreau (Iron Man).
Edit: 3min tot, links tot
EDIT:Leider gibt es 3min.de nicht mehr, daher sind die links tot. Schade.
Ganz Deutschland diskutiert über Thilo Sarrazin und seine islamophoben Thesen. Seinem Verleger und ihm kann das nur recht sein, denn so verkauft sich das Buch besser.
Ich möchte an dieser Stelle seiner quantitativen statistischen Methode und dem oftmals ermüdenden Spiel mit Zahlen, eine qualitative Analyse entgegenstellen: Interviews mit Rappern aus Berlin, Friedrichshafen und Hamburg. Der Streetworker unter den HipHop-Journalisten und ehemaliger Labelchef Marcus Staiger interviewt für das Magazin Rap.de sehr ausführlich aufstrebende MCs und arrivierte Rap-Stars von Nate57 über sido zu Moses P. Durch seine Credibility in der Szene kann er sich rausnehmen auch schmerzhafte Wahrheiten anzusprechen. So bekommt man in diesen Interviews einen sehr guten Eindruck über das Leben in den Migranten-Ghettos, über Chancenlosigkeit, Minderwertigkeitskomplexe, Gewalt und Abgrenzung gegenüber den Kartoffeln, den Deutschen. Ganz aktuell berichtet Rap.de von einem Workshop für Neuköllner Kids, der vermitteln soll, wie das Musikbiz funktioniert. Als Gäste: sido und Alpa Gun.
Der Hamburger Junge Nate57 z.B. ist in einer rhetorischen Spirale gefangen: Die bösen Bullen gegen den unterdrückten Ausländer.
KayOne, der Battle-Rapper aus Friedrichshafen muss sich von Staiger fragen lassen, warum er nicht einfach arbeiten gegangen ist, als ihm der Strom abgestellt wurde:
Alpa Gun, Protegé von Deutschlands Lieblingsrapper sido, erzählt frisch von der Leber weg über sein Leben als Dealer und die Parallelgesellschaft:
Auf 3min gibt es alle Interviews von Rap.de.
Die Berliner Techno-Szene und Feierkultur ist weltweit bekannt und in der Schlange vor der Bar25 gibt es ein babylonisches Sprachgewirr. In der Doku After Hours werden ein paar durchgefeierte Kids und Djs vom Warm-Up über illegale Open-Airs bis zur After Hour in der Bar25 begleitet und Szene-Größen kommen zu Wort.
Mit der Doku Speaking In Code setzt die Amerikanerin Amy Grill der elektronischen Musik ein Denkmal. Sie trifft und begleitet einige international agierenden Akteure der Szene, wie die Wighnomy Bros oder Modeselektor.
Bald startet mit PARTY.HARD.WORK! die nächste Doku, die sich mit dem Phänomen der Berliner Club Culture auseinander setzt. Hier geht es um die Profis hinter den Kulissen, wie den Betreiber des Weekend Clubs, die weltberühmten Modeselektor oder den Veranstalter Dorian (Klangsucht).
EDIT: 3min is down. No more video. 2 Bad.
ist eine tolle neue hochwertig produzierte Serie im Internet, die man umsonst auf 3min
kucken kann. Der Videoclip-Regisseur Till Obladen (u.a. Tocotronic) hat hier das Drehbuch geschrieben und bekannte Schauspieler wie Antonio Wannek, Kida Khodr Ramadan und Friederike Kempter gewinnen können.
Im Kern geht es um zwei Dealer auf den Straßen Berlins, wobei Ramadan den Mentor gibt und Wannek den Zögling. Wenn sie im alten Volvo cruisen und quatschen, erinnert das in den besten Momenten an die Szenen aus den Sopranos, in denen Tony Soprano und sein Cousin Christopher durch New Jersey touren.
Man sollte Blutsbrüder nicht zu ernst nehmen, es geht hier nicht um die Glorifizierung von Drogen, Ghetto-Life oder Kriminalität, sondern um Unterhaltung. Und das gelingt auf einem Niveau, das man sonst im deutschsprachigen Internet vergeblich sucht.
EDIT: Leider gibt es 3min.de nicht mehr und daher sind die links tot. Schade.
Was für eine Katastrophe! Da kämpfen Linke und Grüne jahrelang für die Rechte von Frauen und Minderheiten und wir bekommen eine schwarz-gelbe Regierung mit einer Frau als Bundeskanzlerin und einem Schwulen als Aussenminister… Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
Horst Mahler brachte es auf den Punkt, als er gefragt wurde, wie er als ehemaliger RAF-Anwalt nun die NPD vertritt. Nicht er habe sich gedreht, die Welt sei um ihn herum um 180 Grad verdreht worden.
Hoffentlich holt die SPD jetzt Lothar Matthäus.
Und Pofalla steht neben Angie bei der CDU-Wahlparty und muss fast weinen.

live, Berlin 2009
“Le dimanche à Bamako, c’est le jour de marriage“. That’s the title of my favorite song by this couple from Mali. It means that sundays are wedding days in Bamako, the capital of Mali in Western Africa, where Amadou and Mariam come from.
Amadou and Mariam are both blind and they met at a school for the blind in the 1970s. Their style of Afro-Beat got lots of international attention. Especially when Manu Chao, formerly of Mano Negra, recorded an album with them.
They played to a nearly sold out audience in Berlin’s “Kesselhaus” on February 19th, 2009 and two friends and me plowed our way through several inches of snow to make it there. What a great contrast: Winter wonderland outside, Afro-Beat inside. This was their first show in Berlin since 2006 and the crowd was very enthusiastic. It was a mixed crowd, featuring everything from dreadlock rastas to banker types. Everyone enjoyed the two hours including two encores, one of which was “Le Dimanche à Bamako”…
Meet Barry and Stuart from Mogwai. These two scottish lads took some time to sit down and talk to my laptop about their latest album “The Hawk Is Howling”. I wanted to know for example why the put a picture of a bald-headed eagle on the cover instead of a howling hawk. They offer some insight on how to kill the queen of England and explain why Stuart isn’t sent up local Glasgow chimneys anymore.
Watch the whole iNterview with Mogwai here on Hobnox!
EDIT: Hobnox is down. No more video. Too bad.